Diesmal ist es in Ansbach am Gymnasium Carolinum passiert. Zwar wurde niemand verletzt (bis auf den Amokläufer selbst der mit fünf Schüssen ruhig gestellt wurde) aber dennoch kann ich mir gut vorstellen das einige Politiker die bereits abgekühlte Diskussion über Killerspiele wieder aufgreifen werden, um Spiele mit fragwürdigen Inhalten zu verbieten.
Schon einige Stunden nach der Tat konnte man in einschlägigen Foren lesen, dass die schlimmsten Befürchtungen bezüglich politischer Schnellschüsse wieder aufkeimen. Dabei wurde schon häufig von Fachleuten gesagt (und häufig zitiert), das sogenannte Killerspiele lediglich einen Beitrag dazu leisten können, dass eine labile Person ausbricht, jedoch nicht allein verantwortlich dafür ist. Viel mehr ist es das Umfeld des Täters welches ihn, durch Mobbing, schwere Kindheit, Scheidung der Eltern oder ähnliches, ausbrechen lässt.
Falls ein solches Killerspiel-Verbot durchgesetzt werden sollte, läuft man Gefahr, dass einige heiß ersehnte Titel in Deutschland auf einmal nicht mehr in den Regalen stehen oder gar erscheinen. Ich persönlich halte das für eine üble Bevormundung der erwachsenen Spielergemeinde. Ja, unsere Jugend muss vor solchen Inhalten geschützt werden, aber deshalb gleich das Erscheinen in Deutschland verhindern oder die Beschaffung erschweren? So schießt sich der Staat selbst ins Bein, denn so entgehen Ihm wichtige Einnahmen in einer Sparte, die sowieso schon unter massenhaft Raubkopien zu leiden hat, und die Kauflust wird sicher nicht gesteigert, wenn man sich ein Spiel in einer Fremdsprache aus dem Ausland importieren lassen muss.
So ein Killerspiel-Verbot hat also weitreichende Folgen. Die Ziele der Politiker mögen ja sicher zum Wohle des Volkes sein, aber in dieser Hinsicht frage ich mich, ob sie auch über alle Ecken gedacht haben. Ein dickes Lob geht an die Spieler Gemeinde, die an einem Strang zieht, um der Bevormundung durch den Staat strotz, um auch weiter in frieden ihre Lieblingstitel spielen zu können.
In diesem Sinne hoffe und bange ich, das diese Amoklauf Diskussion einen großen Bogen um Killerspiele macht.













André
Ich bin auch der Meinung, dass Killerspiele nicht alleine als Auslöser für Gewalttaten oder Verhaltensstörungen genannt werden sollten. Da gehört VIEL mehr dazu. Schon komisch, dass immer wieder erst etwas passieren muss, bis sich jemand erhebt.
Geschrieben am 18.9.2009
Jan
Erheben tun sich einige, sie fangen nur an der falschen Stelle an zu arbeiten.
Geschrieben am 18.9.2009